Adobe AIR oder „Was sind RIA’s wirklich wert?“
Inhalt:
1. Vorwort
2. Überblick / Einleitung
3. Aktuelle Situation
4. Technik
5. Vorteile / Nachteile
6. RIA’s im B2B-Einsatz
7. RIA’s im eigenen Unternehmen
8. Zukunft
1. Vorwort:
Zuerst einmal will ich klarstellen, dass es neben Air natürlich auch andere „RIA-Technologien“ gibt (beispielsweise Silverlight). Da ich mich persönlich aber nur mit Air/Flex beschäftige, will ich auch nicht über andere Themen „fachsimpeln“.
Wenn ich im Artikel also von RIA’s spreche, meine ich Air/Flex Anwendungen. Natürlich freue ich mich über jegliches Feedback, da das Schreiben doch seine Zeit gebraucht hat.
2. Überblick / Bestandsaufnahme:
Die Grundlegende Frage, wenn man über „RIA’s“ spricht ist natürlich, „was bedeutet das eigentlich“? RIA ist Englisch und steht für „Rich Internet Applikation“ (Deutsch: reichhaltige Internet-Anwendung) Wie der Name vermuten lässt, geht es im wesentlichen darum, dem Nutzer neue Möglichkeiten zu bieten, die eine „normale“ Anwendung nicht erfüllen kann (bzw. muss). Im Wesentlichen würde ich zwischen dem technischen und den optischen Aspekt unterscheiden.
So bieten RIA’s dem Entwickler die Möglichkeit(dank neuer Werkzeuge/Methoden) neue Funktionen und Abläufe zu implementieren, die vorher nicht oder unzureichend möglich waren. Designer dagegen haben unbegrenzte Möglichkeiten in Sachen Nutzerführung/Interfacedesign und natürlich, damit einhergehend, Userability.
Das Ziel einer jeden RIA sollte es daher sein, dem Nutzer einen Mehrwert (Funktional) und ein perfektes Feeling (Design/Userability) zu geben.
3. Aktuelle Situation
Um eine kleine „Bestandsaufnahme“ zu machen, muss man die verschiedenen Länder dieser Welt leider getrennt betrachten.
In den USA gibt es bereits eine Vielzahl an Firmen, die sich auf die Erstellung von RIA’s spezialisiert haben. Twitter, Facebook und Co. werden, dank der passenden API, in die Applikationen integriert und ermöglichen so eine, bisher nie dagewesene, Kommunikation und Interaktion. Persönlich sehe ich genau hier die großen Vorteile einer RIA… Verschiedenste Dienste lassen sich „relativ“ einfach miteinander kombinieren und schaffen so völlig neue „Dienste. Auf dieses Thema gehe ich später aber noch präziser ein, daher will ich es mal bei diesem Ausblick belassen.
In Deutschland sieht das Ganze schon anders aus – leider. Sei es die Verbreitung der notwendigen Technologien (Air, Silverlight), die Akzeptanz neuer Kommunikationsportale / Systeme alà Twitter, Social Networking oder schlicht den Blick dafür, was für eine (finanzielle) Bereicherung RIA’s sein können. Innovation made in Germany? Nicht in diesem Bereich! Warum das so ist weiß ich natürlich nicht mit Sicherheit, daher kann ich nur spekulieren… Wahrscheinlich ist es einfach Fakt, dass „die Deutschen“ neuen Dingen zu Beginn etwas skeptisch gegenüber stehen. Nach und Nach erkennen sie dann die Möglichkeiten dieser Technologien, fangen an sie zu nutzen bzw. zu kopieren (Hallo StudiVz
) und hinken damit immer etwas hinter anderen Ländern zurück. Natürlich kann man das nicht auf alle Themengebiete verallgemeinern, aber bei einem Großteil würde ich auf so ein Verhalten tippen.
4. Technik
Zuerst mal muss man zwischen Frontend-Technologien, sprich den Werkzeugen mit denen ein Userinterface erstellt wird und den Technologien die für die eigentlichen Daten zuständig sind unterscheiden.
Fronted:
Das „Frontend“ einer Anwendung legt fest, in welcher Art und Weise der User mit dem Programm interagieren kann. Es ist die „Benutzeroberfläche“ und somit einer wesentlicher Teil einer Anwendung. Was für Formen werden verwendet? Welche Farben werden eingesetzt? Wie ist der Aufbau festgelegt? Wie ist die Benutzerführung aufgebaut? Gibt es „Komfort“-Funktionen, die die Bedienung erleichtern?
All diese Fragen (und mehr) stellen sich, wenn man ein gutes Frontend entwickeln möchte. Als Tool zur Erstellung eines Frontend eignen sich besonders Adobe Air für Desktopanwendungen, bzw. Flex für reine Onlineanwendungen. (Natürlich lässt sich auch beides kombinieren)
Entwickelt werden diese Frontend-Systeme vorzugsweise im Flashbuilder (alias Flexbuilder) und einigen kleineren Tools. Das interessante dabei ist, dass es eine Vielzahl an RIA’s gibt, die anderen RIA-Entwicklern das Arbeiten erleichtern soll, aber dazu später mehr.
(Vorteile von Air/Flex siehe nächsten Absatz)
Backend:
Je nach Anwendungs-Typ wird eine Datenbank benötigt, um der Applikation die nötige Flexibilität zu verleihen. „Ansprechen“ kann man diese zB. Mit php oder Coldfusion.
Sprich, wenn man Flex einsetzt wird immer eine „Mittel-Lösung“ zwischen Datenbank und Client-Anwendung benötigt. Wahrscheinlich ist php die meist verbreitete und Coldfusion die meist unterschätze Sprache auf diesem Gebiet.
Wieso Php?
- Kostenlos
- Unglaublich viele Ressourcen, Tutorials, Frameworks etc.
- Ohne weitere „große“ Kosten installierbar
Wieso Coldfusion?
Für jeden Air/Flex/Flash-Entwickler ist Coldfusion (meiner Meinung nach) der heilige Gral. Cf ermöglicht es einem innerhalb kürzester Zeit komplexe Backend-Systeme zu schreiben, in seine Anwendung zu integrieren und zu veröffentlichen. ABER:
Coldfusion, anders als php, ist leider nicht umsonst. Im Gegenteil, die Lizenpreise von Adobe sind ziemlich „happig“ … Desweiteren findet man außerhalb von Amerika nur sehr wenig „Cf-Entwickler“ und Material welches den Einstieg erleichtern könnte. Vor allem in Deutschland sind nur sehr wenige aktive Entwickler unterwegs. Diejenigen, die Coldfusion mit RIA’S verknüpfen dürfte nochmal um einiges kleiner sein.
#1 von Florian am 18. September 2009 - 14:14
Ein sehr schöner Beitrag. Weiter so!